s'Mietzli fo Weggis                             zum Video hier klicken  

Seit 1. August ist die «Todeszone» von Weggis menschenleer - die Bewohner des Berggebiets waren angewiesen, ihre Häuser zum Stichtag zu verlassen - es drohte ein Felssturtz. Zurück blieb nur eine namenlose, dreibeinige Katze. Sie war vom Pech verfolgt - bis jetzt. Nach einem Bericht von 20min.ch über das herrenlose Tigerli, das wohl bei einem Zusammenstoss mit einem Auto ein Bein eingebüsst hat, meldeten sich über 30 Tierfreunde, die dem Tierli ein neues Heim bieten wollten.
Das Tigerli kommt in den Thurgau
In der Zwischenzeit hat Markus Brechbühl vom Luzerner Tierschutzverein die handicapierte Katze in einer Katzenfalle eingefangen und impfen lassen, bevor er aus den Anmeldungen das beste Plätzchen für das Kätzchen eruierte: die Wahl fiel auf das «Chatzechörbli» in Frauenfeld - die Inhaberin, Esther Rellstab, führt seit 25 Jahren ein Tierheim. Seit fünf Jahren nimmt sie in Frauenfeld auf einem Grundstück von 7000 Quadratmetern herrenlose Katzen auf und hat darum Erfahrung mit verwilderten Tieren, die eine besondere Pflege und viel Geduld brauchen. Während sie etwa Jungtiere an neue Halter vermittelt, finden die verwilderten Tiere bei ihr einen permanenten Lebensplatz. Auch das als «3-beinige Katze von Weggis» bekannt gewordene Tigerli soll im typisch Riegelhaus sein Gnadenbrot bekommen und nicht mehr weggegeben werden.
Die Katze, die tüchtig fauchen kann, wenn man ihr zu nahe kommt, hat die beneidenswerte Aussicht auf den Vierwaldstätter-See vorerst eingetauscht gegen den Blick durch ein Gitter. Denn mindestens drei oder vier Wochen muss ein umplatziertes Büsi im neuen Haus gehalten werden, damit es nicht den vermeintlichen Heimweg antritt. Dann jedoch wird es draussen seine Katzen-Kumpane kennenlernen, die wohl aus ähnlich abenteuerlichen Umständen hier landeten. Schon heute hat die Rumtreiberin nicht nur eine neue Katzen-Mama gekriegt, sondern auch einen Namen: «Mietzli», so soll das verängstigte Geschöpf heissen. Genau wurde sie jeweils von jenem älteren Bewohner in Weggis gerufen, der sich zuletzt dem Kätzchen erbarmte und sie jeweils zum Futternapf gerufen hat - bevor er selbst das Gebiet verlassen musste..